GERHARD DILGER, PORTO ALEGRE



Weltbank-Politik gegenüber Kleinbauern kritisiert


Mexiko-Stadt (epd). Unabhängige Experten haben am Rande des Weltwasserforums in Mexiko die neue Politik der Weltbank für ländliche Gebiete in Entwicklungsländern kritisiert. Patrick McCully von der US-amerikanischen Organisation International Rivers Network sagte am Samstag (Ortszeit), die Weltbank setze neuerdings wieder auf Großstaudämme und aufwändige Bewässerungsanlagen. Diese schadeten häufig den Kleinbauern. Der deutsche Publizist Uwe Hoering legte dar, wie die Weltbank ihre umstrittene Privatisierungspolitik im Wassersektor von den Städten auf ländliche Gebiete ausweite.

Teure Großprojekte nutzten meist multinationalen Bauunternehmen oder dem exportorientierten Agrobusiness und beförderten die Korruption in Entwicklungsländern, sagte McCully. Kleine Wasser- und Energieprojekte seien eher geeignet, die Armut der Kleinbauern zu beseitigen und die Landflucht zu bekämpfen. Mittel dafür sollten die nationalen Regierungen bereitstellen forderte McCully.

Nach dem Willen der Weltbank soll sich der Staat jedoch zu Gunsten des Privatkapitals immer mehr aus dem Agrarsektor zurückziehen, sagte Uwe Hoering. Bei der Wasserversorgung sorge der Profitgedanke dafür, dass die ärmste Landbevölkerung weiterhin vom Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen ausgeschlossen bleibe. Ureinwohner seien durch die angestrebte Neuregelung von Wasser- und Landrechten besonders bedroht.

Informationen im Internet: www.menschen-recht-wasser.de
(19.03.06)