Außerdem ist er fast ein Einzelkämpfer. Die Umsetzung von Agrodieselprojekten, bei denen Kleinbauern mehr sind als rechtlose Zulieferer, erfordert viel politischen Willen, Ausdauer - und Mittel, die den Urwaldgemeinden fehlen. Viel attraktiver ist das schnelle Geld, das sich mit der Rodung des Regenwaldes und dem Holzeinschlag verdienen lässt.
Auch in Nordostbrasilien, wo die Regierung seit 2005 in großem Stil auf die Gewinnung von Agrodiesel aus Rizinusöl setzt, ist die Zwischenbilanz ernüchternd. Den dortigen Ölfirmen winken Steuernachlässe und günstige Kredite, wenn sie ihren Rohstoff von Kleinbauern beziehen. Doch die Rizinusproduktion bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Daher wird jetzt über Tausende von Kilometern Sojaöl angekarrt - von den Plantagen großer Agrarkonzerne. Zusätzlich importiert Brasilien Palmöl aus Malaysia.
Hinzu kommt: Wo Rohstoffe für Agrosprit wachsen, könnten bald Anbauflächen für Nahrungsmittel fehlen. Die Preise für Lebensmittel steigen in Brasilien bereits spürbar. "Wir nehmen den Menschen das Essen weg, um Autos zu ernähren", warnt der Dominikanermönch Frei Betto. (28.08.07)